Ankle-Brachial-Index (ABI)

Automatische und präzise Bestimmung des ABI mit dem VASCULAR EXPLORER zur Diagnostik von PAVK und peripheren Arteriosklerosen auf Basis der Gefäßverschlussdrücke.

Die Besonderheit des Systems ist ein neues, zuverlässiges Messverfahren zur Bestimmung der Gefäßverschlussdrücke, basierend auf zeitgleicher Aufzeichnung von Druckkurve und distalem Plethysmogramm. Dieses Messverfahren ist hinsichtlich Genauigkeit dem bisherigen Goldstandard (manuelle Bestimmung des Gefäßöffnungsdrucks per Taschendoppler) ebenbürtig – aber wesentlich schneller, automatisch und objektiv durchführbar.

Photoplethysmographische ABI-Bestimmung

Die Korrelation der ABIs dieser Methode zum Goldstandard Dopplerdruck bzw. Doppler-ABI betrug in einer eigenen Studie mit PAVK-Patienten 0,93; damit konnten vergleichbare Ergebnisse publizierter Studien anderer Gruppen reproduziert werden. Im Gegensatz dazu ist die Korrelation der ABIs basierend auf den oszillometrisch zu ermittelnden systolischen Blutdrücken vor allem bei PAVK-Patienten deutlich geringer (die Literatur nennt Korrelationskoeffizienten zwischen 0,4 – 0,6 bei PAVK-Patienten) gegenüber dem Doppler-ABI.

Der ABI ist die hausärztliche Methode der Wahl zur Diagnose von PAVK und als Vorsorgeuntersuchung:

  • der Normalwert liegt bei 0,90 – 1,30
  • eine leichte PAVK liegt bei einem ABI von 0,75 –0,90
  • eine mittelschwere PAVK bei einem ABI von 0,50 -0,75 und
  • eine schwere PAVK bei einem ABI von kleiner als 0,50 vor.
ABI-Befundung und Darstellung der ermittelten Blutdrücke

Eine Ausnahme stellen Diabetiker dar. Wegen fehlender oder verminderter Komprimierbarkeit der Arterien, verursacht durch eine Mediasklerose, können die gemessenen Knöchelarteriendrücke sehr hoch sein. Ein ABI von > 1.3 kann daher als Verdachtsdiagnose für eine Mediasklerose dienen. Auch Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz weisen häufig eine Mediasklerose auf.

Eine aktuelle Publikation zum Thema ABI beschäftigt sich mit dem direkten Vergleich des automatisch ermittelten ABI zur Doppler-Methode unter dem Titel „Automated photoplethysmography-based determination of ankle-brachial index: a validation study against Doppler sonography“ (Clin Res Cardiol. 2012 Nov; 101(11): 875-83) und bestätigt die ausgezeichnete diagnostische Qualität einer photoplethysmographischen ABI-Bestimmung.

„Schaufensterkrankheit“ nicht auf die leichte Schulter nehmen

Etwa eine von 5 Personen über 65 Jahre ist von einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) betroffen, d.h. der ABI ist kleiner als 0,9 und die Beine werden schlechter durchblutet. Nur 10% der Betroffenen hat allerdings klassische Symptome einer Claudicatio intermittens (Schmerzen beim Gehen durch Sauerstoffmangel in Beinen und Füßen). Die überwiegende Zahl der Betroffenen ist lange Zeit beschwerdefrei. Oftmals sind aber bei einem Patienten nicht nur die Arterien der Beine verengt, sondern auch die herz- und hirnversorgenden zentralen Arterien. Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall ist somit erhöht!

Stadium 1: asymptomatische PAVK – Keine Beschwerden, daher ist PAVK oft ein Zufallsbefund

Stadium 2: Claudicatio intermittens – Schmerzen in Füßen, Waden, Oberschenkeln oder Gesäß beim Gehen längerer Strecken

Stadium 3: Ruheschmerzen – Schmerzen in Füßen oder Beinen in Ruhe, oft im Liegen

Stadium 4: Nekrose – Gewebsschädigung und Geschwüre, die bis zur Amputation führen können