Brustschmerz und KHK

Herzinfarkt? Pro Tag werden allein in Deutschland etwa 10.000 Menschen mit der Verdachtsdiagnose eines akuten Koronarsyndroms (ACS) in ein Krankenhaus eingeliefert.

Diese Diagnose Herzinfarkt bestätigt sich zwar nur in ca. 8 % der Fälle, dennoch ist der akute Myokardinfarkt eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland: Pro Jahr fallen ihm über 60.000 Menschen zum Opfer.*

Bei einem Herzinfarkt verstirbt ein Drittel der Patienten bereits vor Erreichen des Krankenhauses. In einem weiteren Drittel der Fälle verläuft der Infarkt gänzlich ohne Symptome, besonders häufig bei sehr alten Menschen oder Diabetikern.

* Statistisches Bundesamt (2008)

Myokardinfarkt früh und sicher erkennen?

Die Behandlung des akuten Myokardinfarkts hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert. Folglich hat auch die Sterblichkeit im Krankenhaus deutlich abgenommen. Dabei spielt eine entscheidende Rolle, dass Patienten mit akutem Koronarsyndrom in das geeignete Krankenhaus eingewiesen und die vorhandenen Ressourcen in den modernen Chest Pain Units effektiv genutzt werden. Eine Risikostratifizierung von Patienten mit Thoraxschmerz (ACS) noch vor invasiver Diagnosesicherung ist hier im Alltag oft unumgänglich. Fehlen spezifische EKG-Veränderungen oder sind die myokardialen Marker nicht erhöht, schließt sich eine zeitaufwändige, weiterführende Diagnostik an, um eine kardiale Ursache zu bestätigen oder auszuschließen. Schneller und unkomplizierter an sichere Diagnostikinformationen zu gelangen wäre für Ärzte wie Patienten im Klinikbetrieb ein großer Fortschritt.

Cardiogoniometrie liefert schnell und frühzeitig zusätzliche Informationen.

Das hilft dem Arzt und dem Patienten.

In Anlehnung an Monica Projekt Augsburg, Bruckenberger 1997, Framingham Studie

Die Brustschmerz­diagnostik hat viele Dimensionen.

Der ST-Streckenhebungsinfarkt (STEMI) ist auf Grund seiner typischen sofortigen EKG-Veränderungen ein eindeutig erkennbarer Infarkttyp. In diesen Fällen kann sich also unverzüglich die leitlinienorientierte, optimale Behandlungsstrategie anschließen. Ist das 12K-Ruhe-EKG hingegen nicht pathologisch, können ein Nicht-ST-Streckenhebungsinfarkt (NSTEMI) oder eine instabile Angina Pectoris (IAP) vorliegen. Sie klassifizieren ein besonderes Risikokollektiv. Zu ihrer Differenzierung hat sich in den letzten Jahren der Biomarker Troponin für die Diagnose des NSTEMI durchgesetzt.

Doch wie viele Patienten der Chest Pain Unit lassen sich durch EKG oder Troponin eindeutig zuordnen?

Bei Aufnahme von 100 Patienten haben weniger als 10 % einen STEMI, bis zu 15 % einen NSTEMI sowie gut 20 % eine IAP. Mehr als die Hälfte der Patienten werden verlegt oder entlassen.* Somit lassen sich weniger als 10% der Patienten durch pathologische EKG-Veränderungen sowie weitere 15 % allein durch einen Anstieg kardialer Marker identifizieren, während letztlich bei mehr als 75% die Diagnosefindung auf einem unauffälligem 12K-Ruhe-EKG oder Troponinwert beruht.

* Erste Ergebnisse aus dem deutschen CPU Register, Feb. 2010, München

 Brustschmerz­diagnostik

Genau in diesen Fällen, also insbesondere bei einem unspezifischen 12K-Ruhe-EKG, kann ein akutes Koronarsyndrom jetzt früher erkannt werden:  mit der Cardiogoniometrie als ergänzender Methode. Dieses Verfahren zeigte in prospektiven Studien eine hohe Sensitivität von 64 % und eine Spezifität von 82 %.* Damit kann die Cardiogoniometrie in hohem Maße zur sicheren und schnellen Erkennung akuter Koronarsyndrome beitragen.

* Non-invasive diagnosis of coronary artery disease using cardiogoniometry performed at rest, Schüpbach et al, SWISS MED WKLY 20 08; 138 (15–16): 230–238

 Die Cardiogoniometrie (CGM)

Die Cardiogoniometrie ist ein neues nichtinvasives Verfahren zur räumlich-zeitlichen Auswertung elektrokardiologischer Daten. Das dabei verwendete Gerät, der CARDIOLOGIC EXPLORER, arbeitet mit nur fünf Elektroden in einem orthogonalen System, das sich an der Herzachse ausrichtet. Das ermöglicht belastungsfreies und automatisiertes Bewerten nach nur 12 Sekunden Messzeit.

Die dreidimensionale Messung und Ortung des Herzpotentials liefert mehr als 300 Parameter, die u. a. die Erkennung einer Myokardischämie erlauben. Sie bewertet außerdem die Variabilität der Vektorschlingen sowie die Variabilität und Lage der Maximalvektoren der Vorhof- und Ventrikel-Depolarisation und der Ventrikel-Repolarisation. Aus dem 12K-Ruhe-EKG ist bekannt, dass die Zeichen für eine bestehende Myokardischämie zuerst in der Repolarisationsphase auftreten und Veränderungen der Depolarisation erst bei einer Myokardschädigung (Infarkt) eintreten.  Dies ist auch in der CGM der Fall. Langjährige Forschung und verschiedene Studien lassen folgende 10 Aussagen zu:

 

 

Aussage zu R (QRS-Komplex) Aussage zu T (STT-Komplex)
1. Das Gesamtpotential von R (=SumR) ist ein individuelles Maß für die vitale Myokardmasse. 6. Das Gesamtpotential von STT (=SumSTT) ist ein individuelles Maß für die Blutversorgung des Myokards.
2. Der Maximalvektor von R (=Rmax) gibt an, wo sich das Maximum dieser Masse befindet. 7. Der Maximalvektor von T (=Tmax) gibt an, wo die Blutversorgung am stärksten ist.
3. Die Streuung (Floating) von Rmax oder der R-Schlinge ist ein Maß für die Homogenität des Myokards. 8. Die Streuung (Floating) von Tmax oder der T-Schlinge ist ein Maß für die Homogenität der Blutversorgung.
4. Leichtes Floating von Rmax ist atembedingt. 9. Leichtes Floating von Tmax ist technisch- oder atembedingt.
5. Starkes Floating weist auf einen frischen Infarkt hin. 10. Starkes Floating weist auf eine aktuelle Ischämie hin.

 

Der CARDIOLOGIC EXPLORER schafft vor allem eins: mehr Sicherheit.
Und das ganz unkompliziert.

Die aktuellen Empfehlungen für die Versorgung von Patienten mit Verdacht auf ACS lauten: „Patienten mit Brustschmerzen sollen ohne Verzögerung untersucht werden, um eine Arbeitsdiagnose zu erhalten.“

Folgende Diagnosemethoden sind möglich:

  • 12K-Ruhe-EKG gibt grundlegende Informationen (STEMI).
  • Über das 12K-Ruhe-EKG hinausgehende Ableitungen werden empfohlen – aber im Alltag kaum eingesetzt.
  • CGM misst und analysiert die elektrischen Vorgänge am Herzen dreidimensional:
    • Liefert über das 12K-Ruhe-EKG hinausgehende Informationen.
    • Bewertet die Depolarisation und Repolarisation pro Schlag und deren räumlich-zeitliche Variabilität.
    • Ermöglicht Ischämiediagnostik in Ruhe in 12 Sekunden.

Die Studie „CGM@ACS“ untersuchte die Patientengruppe mit Brustschmerz und unspezifischem EKG:

  • Multizentrisch in 8 deutschen Zentren.
  • Prospektiv.
  • 200 Patienten mit Brustschmerzen oder akuter Dyspnoe.
  • Kein STEMI.
  • Herzkatheteruntersuchung innerhalb 72 Stunden.

Die CGM@ACS-Studie kam zu dem Ergebnis:
Die Cardiogoniometrie stellt eine vielversprechende, schnell verfügbare zusätzliche Methode dar, die 12K-Ruhe-EKG und Troponin in der frühen Diagnostik ergänzt. Weitere Studien zur Detektion stabiler koronarer Herzkrankheit oder zur Wertigkeit von Cardiogoniometrie als Ischämie -(lokalisations)-nachweis laufen bereits oder sind in Planung.

Vorteile des CARDIOLOGIC EXPLORERs

Die Studie „CGM@ACS“ untersuchte das neue Verfahren der Cardiogoniometrie auf seine Wirksamkeit und Praxistauglichkeit. Die Ergebnisse verdeutlichen die zahlreichen Vorteile des neuen Verfahrens und des dafür entwickelten Geräts, des CARDIOLOGIC EXPLORERs.

 
Eigenschaften & Funktionen Vorteile
12-K-Ruhe-EKG Aktueller Standard bei STEMI-Diagnose.
Kombination der Methoden 12K-Ruhe-EKG & CGM Genauere Diagnose.
Höhere Sicherheit in der Diagnostik des akuten Koronarsyndroms.
Durch verschiedene Studien validierte Methode Zuverlässige und genaue Messung.
Automatische Befundung.
Eindeutig und aussagekräftig erweitertes EKG-Ergebnis.
Sofort verfügbar als Zusatzinformation zu den etablierten Biomarkern.
Leichtere und schnellere Entscheidungsfindung.
Nicht-invasive, stressfreie, beliebig wiederholbare Messung Ohne Belastung der Patienten.
Untersuchung aller Patienten möglich.
Ohne Kontraindikationen.
Follow-up durch Verlaufsbeobachtungen.
Grafische Darstellungen des Befunds;
Hauptbetrachtungsebene folgt anatomischer Herzachse
Einfach zu lesen.
Schneller Überblick über Zustand des Patienten.
Vereinfachte dreidimensionale Zuordnung elektrischer Ereignisse.
5 Elektroden und 12 Sekunden Messzeit Einfache Anwendung.
Schnelles Messergebnis, unabhängig von der Ischämiezeit (im Unterschied zu Biomarkern).
Kleines, leichtes Gerät Transportabel.
Unabhängig von Untersuchungsräumen.