Fallbeispiel 1

Patient – 79 Jahre weiblich unauffällig

 

Im Fallbeispiel 1 handelt es sich um einen Patienten

  • weiblich
  • 79 Jahre
  • geringe symthomatische Beschwerden

 

1. Das durchgeführte EKG im Krankenhaus war unauffällig. Die Blutuntersuchung zeigte keine abnormen Werte an.

2. Das EKG am Folgetag in einer Arztpraxis war ebenfalls unauffällig entgegen des Cardiogoniometrie-Befundes. Dieser zeigte ein abnormales CGM – mit Verdacht auf Myokardischämie oder KHK (koronare Herzkrankheit) an. Darauf folgte eine Überweisung zum Herzkatheterlabor zwecks  KHK-Ausschlusses.

Im Folgenden finden sie alle Untersuchungsergebnisse der Patientin:

  • EKG
  • Blutwerte
  • Echographie
  • Koronarangiographie
  • Cardiogoniometrie

 

EKG vor 1. Koronarangiographie
EKG 1
Cardiogoniometrie (CGM) vor 1. Koronarangiographie

Die automatische CGM-Interpretation für einen normalen Parametersatz ergibt einen Score von -2, das heißt, zwei der ausgewerteten Parameter werden als pathologisch erkannt.

Grund dafür sind die gemessenen elektrischen Potentiale, die zu einem hohen Prozentsatz am basalen Anteil des Herzen liegen. Dies bedeutet, dass zu wenig Potential an der gegenüberliegenden Seite, dem Apex (Herzspitze), gemessen wurde.

Diese Aussage bestätigt sich in der niedrigen „R“- Zacke in der Potentialansicht genau so wie in der Maximavektorendarstellung.

Die breite Streuung in „T“ (grün) spricht für eine akute Minderperfusion des Myokards.

Betrachtet man die 3D-Darstellung der Erregungsleitung, fällt eine starke Abweichung des R-Maximalvektors von der Y-Achse auf, die die anatomische Achse durch die Herzspitze darstellt. Dies bedeutet, dass der Summenvektor der Erregung nicht in Richtung der Herzspitze verläuft, was bei einem gesunden Probanden normal wäre. R zeigt „nach hinten“ (basaler Bereich des Herzens) und somit in die falsche Richtung.

Desweiteren ist die inhomogene Schlingenstruktur ein Hinweis auf Pathologien.

Die CGM erkennt die Aufnahme als pathologisch aufgrund des Verlaufes der R-Schlinge mit einem bestimmten, erhöhten Prozentsatz im basalen Bereich.

In Zusammenhang mit der Streuung des T-Vektors, die der Arzt in der Globusansicht sehen kann, deutet es auf ein akutes Geschehen hin.

CGM Schreiber erfasst Signale der X-, Y- und Z-Achse
Potentialansicht
3D-Schlingen der P-, R- und T-Welle
Zoom der T-Welle in 3D-Ansicht
Echographie
Echo 1
Echo 2
Echo 3
Echo 4
Echo 5
Echo 6
Echo 7
Echo 8
 1. Koronarangiographie

1. Coro

EKG nach 1. Koronarangiographie
EKG 2
EKG vor 2. Koronarangiographie
EKG 1
2. Koronarangiographie

2. Coro

EKG nach 2. Koronarangiographie
EKG 1
Cardiogoniometrie (CGM) nach 2. Koronarangiographie
CGM Schreiber nach der 2 Koronar Angiographie
Potenialansicht
3D Schlingen
Zoomansicht der T-Welle nach 2. Koronar Angiographie
Globusansicht - Werte im Referenzbereich

Der sichtbare „Knick“ in der Schlinge könnte ein Indiz auf eine vergangene Anomalie sein. Die Form der Schlinge hat sich im Gegensatz zur 1. Untersuchung wieder der Normalform angenähert und wird nicht mehr als pathologisch gewertet. Der Score beträgt nun „0“, ist somit nicht pathologisch.

Diagnose nach 2 Stentings mit insgesamt 5 Stents
  1. 3-Gefäß-KHK mit sehr gutem Resultat nach PCI des Marginalis, des RCX und der RCA je mit DES (Drug-Eluting-Stent)
  2. Aktuell PCI mit T-Stenting des RIVA am DI mit je DES Resolute Integrity 2.25-8mm im DI und 2.75-18mm im RIVA mit sehr gutem Resultat
  3. Zustand nach Coro bei Instabiler AP und schwerer 3-Gefäß-KHK mit damals
    • Distal 70%ige RCA Stenose
    • Subtotale MI Stenose
    • 90%ige RCX Stenose
    • 70%ige RIVA Stenose
    • PCI mit DES im MI Resolute Integrity 2.25-14mm
    • PCI mit DES im RCX Resolute Integrity 3.014mm
    • PCI mit DES in der RCA Resolute Integrity 2.75-14mm
  4. Mittelschwere diffuse Sklerose
  5. Nach echokardiographischen Kriterien damals regelrechte RV- und LV-Funktion
    • Diskrete Aorten-, ausgeprägt Mitralklappensklerose
    • Leichtgradige Trikuspidal und Mitralklappeninsuffien