Interpretationshinweise

Diese Beispiele für Vektorschlingen sollen eine wertvolle Unterstützung bei der Interpretation der automatischen Befundung und der ggf. nachfolgenden weiterführenden manuellen Befundung durch den Arzt sein.
Jeder Datensatz ist einzigartig und individuell wie der Fingerabdruck eines Menschen. Daher sind dies einige Beispiele von Krankheitsbildern und Befunden.

Vektorschlingen

Die Werte von X, Y und Z werden für jede Millisekunde ermittelt und in eine dreidimensionale Grafik übertragen. Durch Verbinden aller Punkte entstehen Schleifen.

  • Grau: Depolarisation Vorhöfe (entspricht P‐Welle im Oberflächen‐EKG)
  • Blau: Depolarisation Ventrikel (entspricht QRS‐Komplex im Oberflächen‐EKG)
  • Grün: Repolarisation Ventrikel (entspricht T‐Welle im Oberflächen‐EKG)
Gesunder Proband
Kranker Proband

Gesunder Proband

Vektorschlingen verlaufen in gleichen Bahnen Maximalvektoren für R und T (Rmax und Tmax, gelb) zeigen zur Herzspitze Winkel zwischen Rmax und Tmax schmal (ϕ)

Kranker Proband„„

Vektorschlingen verlaufen nicht in gleichen Bahnen

  • „„Maximalvektoren weichen von der Herzspitze ab
  • „„Winkel zwischen Rmax und Tmax groß (ϕ)
  • „„Vektorschleifen relativ klein -> reduzierte Potentiale
  • „„Weitere ärztliche Abklärung erforderlich

Maximalvektoren

Die Maximalvektoren der Schleifen werden in die „Globusansicht“ übertragen. Blickrichtung: von der Herzspitze (90° alpha und 0° beta) auf den linken Ventrikel.

Längen‐ und Breitengrade erlauben die räumliche Zuordnung.

  • Rmax: blaue Vierecke; Tmax: grüne Dreiecke
  • Pmax: graue Kreise (Darstellung optional)
  • Rotes Viereck/Dreieck: Median
  • Gelbes Viereck/Dreieck: ausgewählter Schlag
  • Referenzbereich für Rmax: blaue Fläche (nur dargestellt, wenn Normparametersatz verwendet)
  • Referenzbereich für Tmax: grüne Fläche (nur dargestellt, wenn Normparametersatz verwendet)

Mangelversorgung:
Reduzierte Potentiale im mangelversorgten Bereich

  • Vektor zeigt vom Problembereich weg zum Ort der besten Versorgung
  • Spiegelung der aktuellen Vektorposition an der Herzspitze (bzw. vermutete normale Position der Vektoren) zeigt auf Problembereich.

Starke Streuung 

  • akutes Ereignis, leichte Streuung ggf. atembedingt

Hypertrophie:
Mehr Muskelmasse neben der Herzspitze

  • Vektor zeigt auf den Ort mit dem größten Potential
  • keine Spiegelung erforderlich.

Mischformen möglich (Hypertrohpie mit Ischämie)

Gesunder Proband
Kranker Proband

Gesunder Proband (siehe Vektorschlingen)

„„ Rmax fokussiert im Referenzbereich

  • zeigt auf Herzspitze
  • meiste Muskelmasse apikal
  • stärkstes Potential

Tmax fokussiert im Referenzbereich

  • zeigt auf Herzspitze
  • meiste Blutversorgung apikal

Kranker Proband (siehe Vektorschlingen) „„

Rmax streut und weicht ab vom Apex

  • akuter Infarkt
  • Spiegeln der aktuellen Vektorposition zeigt das Problem im Oktanten 2 = apikal
    diaphragmal, septal „„

Tmax streut, noch im Referenzbereich

  • akute Ischämie
  • kleinerer Bereich betroffen, sodass Tmax noch nach apikal zeigt

Potentiale

 

Veränderungen in der Repolarisation (T) Veränderungen in der Depolarisation (R)
Stabil Abweichen der T-Maximalvektoren aus dem Normfeld

->  Verdacht auf KHK
Abweichen der R-Maximalvektoren aus dem Normfeld

-> Verdacht auf Narbe oder LVH
Akut Streuung der T-Maximalvektoren

-> Verdacht auf akute Ischämie, IAP
Streuung der R-Maximalvektoren

-> Verdacht auf akuten Infarkt

Vorhofflimmern

Potentiale während P ganz flach; kein eindeutiges Maximum abgrenzbar; durch das Vorhofflimmern bedingt gibt es keine geordnete Ausbreitung der Impulse und damit keinen Maximalvektor

ST‐Strecke rot

Finden sich in der Teilstrecke ST abfallende Werte des Potentials, wird sie rot dargestellt. Es ist dies das Korrelat zur ST‐Senkung im EKG. Der Übergang zu T liegt dann erst beim Umschlag der Potentiale mit aufsteigenden Werten. Leider finden sich gelegentlich auch bei Herzgesunden rote ST‐Abschnitte, deren Interpretation noch nicht gelungen ist.

AV‐Blockierung und intraventrikuläre Reizleitungsstörung

Dauer von P > 200 ms: Dies weist auf eine Störung in der Übertragung von den Vorhöfen auf die Kammern hin.
Dauer von R ≥ 122 ms; Dies weist auf eine Störung der Reizleitung in den Ventrikeln hin. Hierbei werden Impulse von Muskelzelle zu Muskelzelle übertragen. Dieser Vorgang ist langsamer als die Übertragung im Reizleitungssystem.

Potential bei Linksschenkelblock

Der Linksschenkelblock zeigt einen kompakten Kegel im R‐Potential und einen deutlich vergrösserten massigen STT‐Abschnitt als Folge der dissoziierten Repolarisation.

Potential bei Rechtsschenkelblock

Der Rechtsschenkelblock zeigt ein zweigipfliges R‐Potential, wobei meist der erste Gipfel das Maximum bildet.

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