KHK-Diagnostik mit Cardiogoniometrie

Die Cardiogoniometrie, eine 3-D-Weiterentwicklung des klassischen 2-D-EKGs, hat sich in einer Pilotstude als sehr sensitiv beim Aufspüren von Myokardischämien erwiesen.

Bei der Cardiogoniometrie (CGM) wird die Erregungsleitung des Herzens über fünf Elektroden dreidimensional erfasst. Es ist keine körperliche Belastung etwa mithilfe eines Fahrrads nötig. Grafische Darstellungen der gewonnenen Daten machen den Ort einer Myokardschädigung schnell erkennbar. In einer Pilotstudie wurden die diagnostische Wertigkeit der CGM und des klassischen EKGs mit der Kardiostress-MRT, dem Goldstandard der nicht-invasiven Ischämiediagnostik, bei 40 Patienten mit Verdacht auf eine KHK verglichen. Hierbei erzielte die CGM eine Sensitivität von 70 Prozent und eine Spezifität von 95 Prozent bei der Entdeckung von Ischämien und Narben im Myokard, der positive prädiktive Wert lag bei 93 Prozent. Das klassische EKG blieb bei der Sensitivität weit dahinter zurück (Tabelle).

Hilfe bei Patienten mit unklaren Pektanginösen Beschwerden

In der Studie wurden Patienten nicht selektiv aufgenommen, die bei einer Routinediagnostik vor dem Kardio-Stress-MRT eine CGM erhielten. Die Ergebnisse der CGM wurden gegen Perfusionsdefizite oder Vorhandensein von Late Enhancement (einer MRT-Darstellung von Narben) verglichen. Patienten mit normaler Durchblutung und ohne Late Enhancement bildeten die Referenzgruppe.

Die hohe Spezifität und der hohe positive Vorhersagewert legen die Eignung der CGM beim KHK-Sreening nahe. Die CGM werde im ambulanten Bereich bei Patienten mit unklaren pektanginösen Beschwerden gute Diagnoseergebnisse erbringen, so Dr. med. Ralf Birkemeyer aus Villingen-Schwenningen. Bestätigen sich die Ergebnisse der Pilotstudie, sei die CGM als Alternative etwa bei Kontraindikationen zum Belastungs-EKG denkbar. Die Ergebnisse der Pilotstudie werden nun in der CGM@MRT-Studie mit etwa 100 Patienten verifiziert. Mit der Publikation erster Daten ist auf Kongressen ab April 2012 zu rechnen.

 

Vergleich zu Cardio-MRT
(Path. Perfusion)
1) CGM
2) EKG Q-Zacken-/
R-Reduction
3) EKG Neg. T-Welle/
ST-Senkung
4) EKG Kombination aus 2) + 3)
Sensitivität 70 % 25 % 15 % 35 %
Spezifität 95 % 100 % 95 % 95 %
Positiv prädiktiver Wert 93 % 100 % 75 % 88 %
Negativ prädiktiver Wert 76 % 56 % 51 % 58 %

 

Quelle:
Cardio News
07/08.2011